Georgica e. V.
Deutsch-Georgischer Verein für Kultur und Bildung, Frankfurt am Main

 

Tausche Haselnüsse gegen Autos

Wir werfen einen Blick auf georgische Exporte nach Deutschland: Dicke, runde Haselnüsse für die Nuss-Nougat-Cremes in Nutella, Ferrero Rocher und Hanuta: Das ist – mit weitem Abstand – der wichtigste Exportartikel Georgiens nach Deutschland.
Haselnusssträucher sind in Mitteleuropa, Kleinasien und im Kaukasus-Raum heimisch; die größten Anbau-Nationen sind die Türkei und Italien – wo mit Ferrero auch der weltweit größte Käufer der Nüsse sitzt. Auf Platz Sechs der Anbau-Nationen liegt Georgien. In jedem Jahr mit Frost an der türkischen Schwarzmeerküste kann Georgien besonders viele Haselnüsse exportieren. Und der Preis der Nüsse steigt in einem solchen Jahr; der Wert der nach Deutschland gebrachten Haselnüsse kann dann fast 50 Millionen Dollar betragen – und damit mehr als alle anderen georgischen Exportgüter nach Deutschland zusammen.
Auch andere landwirtschaftliche Artikel werden nach Deutschland exportiert:
Früchte und Konfitüren für einige Millionen pro Jahr. Wein wird für rund 2 Millionen Dollar nach Deutschland exportiert. Honig, über dessen Vermarktung immer mal wieder gesprochen wird, spielt aus statistischer Sicht keine Rolle.

Importe aus Deutschland: Am beliebtesten sind natürlich Autos – nicht nur von deutschen Produzenten. Der Wert aller aus Deutschland importierten Kraftfahrzeuge beträgt jährlich über 100 Millionen Dollar. Das umfasst fünfzehnjährige Diesel-Gebrauchtwagen, die in deutschen Großstädten niemand mehr fahren möchte, aber auch manche hochwertige Neuwagen, und zu einem Drittel Lastwagen und Traktoren. In Georgien gibt es einen gut funktionierenden Autohandel, die größten Umsätze finden auf dem Automarkt in der Stadt Rustawi statt. Einige dieser Fahrzeuge bleiben nicht in Georgien, sondern werden weiter in andere Länder ausgeführt, vor allem nach Kasachstan, Russland und Usbekistan, in weit geringerem Umfang auch in die Türkei, nach Armenien und Aserbaidschan. Solche so genannten Re-Exporte sind zumindest bei Neuwagen den deutschen Produzenten ein Graus, denn sie vereiteln die Strategie der Produzenten, gleiche Automodelle in verschiedenen Ländern – je nach Kaufkraft – zu unterschiedlichen Preisen anzubieten.
Auch beim nächst größeren Posten der deutschen Ausfuhr nach Georgien spielen Re-Exporte eine große Rolle:
Medikamente und medizinische Geräte kommen Jahr für Jahr im Wert von gut 40 Millionen Dollar aus Deutschland. Sogar fast die Hälfte der nach Georgien eingeführten Medikamente werden von Händlern in andere Länder wieder ausgeführt, vor allem nach Usbekistan und Aserbaidschan. Die Pharma-Produzenten würden auch diese Re-Exporte gern verhindern, aber in Länder mit nicht so ausgeprägten pharmazeutischen Zulassungsvorschriften können findige Händler aus Georgien (und vor allem türkische Händler sind dafür bekannt) fast alles re-exportieren; bei Bedarf wird ein selbst hergestelltes Etikett in Usbekisch oder Aserbaidschanisch aufgeklebt.

Georgica ist 2020 Partner von goEast 

Unser Verein ist im Mai 2020 Partner des Filmfestivals goEast, auch wenn es dieses Jahr nicht im Mai in Wiesbaden öffentlich stattfindet.

2.285,- Euro Spenden für Kinder in Georgien überreicht

Bei mehreren Benefiz-Veranstaltungen, durch viele kleine Spenden und eine großzügige Spende über 500 Euro von der Deutsche Bahn Stiftung haben wir im abgelaufenen Jahr 2019 insgesamt 2.285,- Euro für gemeinnützige Zwecke in Georgien gesammelt. Das Geld haben wir übergeben: 

1.) an Bischof Isaia für Kulturunterricht in Nikosi sowie 
2.) an
Mutter Barbare für Kinderfreizeiten in Ratscha für Waisenkinder.
Spenden, die direkt ankommen ohne jede Verwaltungskosten! Beide Projekte besuchen wir auf unsere eigenen Kosten ein, zwei Mal pro Jahr.

Benefizkonzert für ein Waisenhaus

Bereits seit 2006 veranstaltet die Lehrerin unserer Georgischen Schule Nino Khalvashi-Wirth Benefizkonzerte für Georgien.
Ihre Klavierklasse hat am 14. Dezember 2019 Werke vom jungen J. S. Bach in der Kirche am Campus vorgespielt und biografische Texte zu Bach vorgetragen. Dabei wurden 520 Euro für das Waisenhaus von Mutter Barbare bei Tiflis gespendet. Von dem gespendeten Geld bezahlt das Waisenhaus Kinder-Freizeiten in Ratscha. Anwesend war auch ein Vertreter vom Stuttgarter Verein Art Music Georgia e. V.
Schon
am 18. Mai 2019 wurden bekannte Filmmusik-Stücke vorgespielt. Die Sitze in der kleinen Kirche waren von 75 Zuhörern jeweils voll besetzt. Bereits in den letzten Jahren haben wir Spenden für das georgische Waisenhaus gesammelt und konnten so im Laufe der Jahre immer wieder hohe Spendenbeträge selbst übergeben.

Filmvorführung mit der Regisseurin Anastasia Vinokurova

Wir haben den ARTE-Dokumentarfilm  „Mein Papa, der Mönch“ (Georgien 2018) am 27. November 2019 im Generalkonsulat gezeigt. Moderiert von Nino Khalvashi-Wirth, hatten Gäste die Möglichkeit, Fragen an die anwesende Regisseurin Anastasia Vinokurova zu richten.


Georgische Schule bei der Tbilisoba

Am 3. November 2019 sind Eltern und Schüler unserer Georgischen Sonntagsschule zur Tbilisoba nach Köln gefahren. Unsere 16 Schüler haben die gelernten georgischen Lieder gesungen - ein toller Erfolg.
Mit Freude haben wir die Vertreter der georgischen Diaspora (Sonntagsschulen, Vereine, Studenten- und Tanzgruppen) aus Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Witten und Bielefeld getroffen. Es war inspirierend zu hören und zu sehen, was Georgier in anderen deutschen Städten erschaffen.

Georgischer Abend in Friedrichsdorf

Am 22. November 2019 haben die Evangelische. Kirchengemeinde Köppern / Oikos-Kreis und Georgica e. V. gemeinsam als Veranstalter einen Georgischen Abend ausgerichtet. Angelehnt an ein georgisches Supra (Gastmahl), wurde gespeist und getrunken, dazu gab es Vorträge, Klavier und Saxofon zu hören. Das Gedicht „Sequenz“ von Rati Amaglobeli wurde auf Georgisch und Deutsch (Übersetzung Prof. Dr. Jost Gippert) vorgetragen. Chatschapuri wurden vom neuen Restaurant-Café Gemo aus Offenbach geliefert

Thema „Georgien in hessischen Museen

  • Goldkammer Frankfurt
  • Archäologisches Museum Frankfurt: „Gold & Wein – Georgiens älteste Schätze“ vom 6. Oktober 2018 bis 10. Februar 2019. Vom Beginn der Landwirtschaft ab 6000 vor Christus bis zur Trialeti-Kultur der Mittelbronzezeit um 2100 bis 1700 vor Christus.
  • Liebieghaus Skulpturensammlung Frankfurt:  „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ vom 5. Oktober 2018 bis 10. Februar 2019
  • Museum Angewandte Kunst Frankfurt: „Lara protects me. Eine georgische Erzählung“ vom 21. September 2018 bis 20. Januar 2019. Videoarbeiten, Fotografien, Zeichnungen und Designobjekte zu Tiflis als jahrhundertealtem Knotenpunkt zentraler Handelsrouten.
  • Klingspor Museum Offenbach: „Tiflis on your mind. Alte und neue Schriftkunst aus Georgien“ vom 5. Oktober 2018 bis 18. November 2018. Exponate von kostbaren Manuskripten des 11. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischen kalligraphischen Kompositionen
  • Struwwelpeter-Museum Frankfurt: Sonderausstellung zum georgischen Volksmärchen „Tsikara“ vom 6. Oktober 2018, verlängert bis zum 31. März 2019. Ein berühmtes georgisches Volksmärchen zu Gast bei einem berühmten deutschen Kinderbuch. Illustrationen, Skulpturen, Drucke, Installationen und Plakate
  • Architekturmuseum Frankfurt: „Hybrid Tbilisi. Betrachtungen zur Architektur in Georgien“ vom 29. September 2018 bis 13. Januar 2019
  • Senckenberg Naturmuseum Frankfurt: Sonderausstellung „Homo georgicus – der Schädel aus dem Ursprungsland der ersten Europäer“. In der Schatzkammer wurde der Schädel D4500 („Schädel Nummer 5“) mit Kiefer D2600 erstmals außerhalb Georgiens  vom 11. bis 18. November 2018 gezeigt
  • Filmmuseum Frankfurt: Filmreihe „Filmland Georgien“ vom 2. bis 31. Oktober 2018

Im Landesmuseum Darmstadt wird eine Replik des Dmanisi-Schädels D2700 mit Kiefer D2735 in der Dauerausstellung gezeigt.




Besuch in Nikosi an der Grenze zu Zchinwali und in Tserowani

Am 23. Juli 2019 waren Vertreter des Vereins Georgica e. V. im Kloster Nikosi und haben die Okkupationslinie in Sichtweite der Stadt Zchinwali im besetzten Teil Georgiens besichtigt. Wir haben Interviews mit Jugendlichen aus Nikosi geführt.
Wir haben auch die Siedlung Tserowani besichtigt, wo seit 2008 georgische Binnenflüchlinge aus der besetzten Region Zchinwali untergebracht sind.
Am 22. August 2019 hat Hannes Wirth in einem Kurzvortrag im georgischen Generalkonsulat darüber berichtet.



 Werden Sie im Sommer 2020 unser Mitglied

Den nächsten zehn neuen Mitgliedern schenken wir zum Vereinseintritt das Buch "Memories of Tiflis" im Wert von 46 Euro.

Um Mitglied zu werden und die wertvolle Buchprämie zu erhalten, drucken Sie den Aufnahmeantrag aus, unterschreiben ihn und senden ihn uns im Sommer 2020 per Post.

Aufnahmeantrag.pdf (118.87KB)
Aufnahmeantrag.pdf (118.87KB)

Die reguläre Mitgliedschaft kostet 30,- € pro Jahr und ist steuerlich absetzbar.

Vor 25 Jahren: Ausstellung „Unterwegs zum Goldenen Vlies“ Saarbrücken

Die Pläne für die erste Georgien-Ausstellung in Deutschland gehen bis in die 1980-er Jahre zurück. In Saarbrücken, das damals seit einem Jahrzehnt die Städtepartnerschaft mit Tiflis unterhält, ist man in Kontakt zur Georgischen Akademie der Wissenschaften. Der bekannteste georgische Archäologe der Zeit ist Otar Lordkipanidze, selbst erfolgreicher Ausgräber, mit Mitte fünfzig auf dem Höhepunkt seiner akademischen Karriere und Autor von „Archäologie in Georgien“, das dann 1994 auf Deutsch erscheint und damit zum Standardwerk außerhalb des georgisch- und russischsprachigen Wissenschaftlerkreises wird.
Schon 1988 hat man archäologische Objekte für den Verleih nach Saarbrücken ausgewählt. Dann kommen der Zerfall der Sowjetunion und Anfang der Neunzigerjahre der Bürgerkrieg in Tiflis dazwischen und werfen das Ausstellungsprojekt um Jahre zurück. Erst am 7. Mai 1995 wird im Saarlandmuseum die Ausstellung mit dem Namen „Unterwegs zum Goldenen Vlies – Archäologische Funde aus Georgien“ eröffnet und geht danach weiter in die Prähistorische Staatssammlung München. Selbstverständlich wird die Schau mit solch ikonischen Objekten wie dem kleinen goldenen Löwen von Tsnori, dem Becher mit Halbedelsteinen aus Trialeti und dem Goldschmuck aus dem Grab Nummer 6 in Wani vom georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadze unterstützt. Auf saarländischer Seite setzen sich der Ministerpräsident Oskar Lafontaine und Professor Gert Hummel von der Universität des Saarlands für die Ausstellung ein.

Meupe Isaia war zu Gast in Frankfurt

Der georgisch-orthodoxe Erzbischof von Nikosi und Zchinwali, Meupe Isaia, war am 7. und 8. Mai 2019 auf Einladung unseres Vereins in Frankfurt.

Erzbischof Isaia hat Kunst und Animationsfilm bei Gela Kandelaki studiert, bevor er sich entschloss Theologe zu werden. 1995 übernahm er die Diözese Nikosi und Zchinwali. Seine Leidenschaft für Animationsfilme hat er nicht verloren. Davon zeugt eine Kunstschule (Foto unten), die für Kinder und Jugendliche der Region gegründet wurde. Kreativworkshops sollen ihnen dabei helfen, ihre Traumata zu verarbeiten. Aus dieser Arbeit heraus entstand die Idee zu einem lokalen Film-Festival in Nikosi. 

 

Wir stellen den Verein vor: im  Außenministerium, der  Botschaft und der Konrad-Adenauer-Stiftung in Tiflis

Am 24. Juli 2019 haben Hannes Wirth, Frau Nino Khalvashi-Wirth und Frau Mzia Tsiklauri Herrn Dr. Rati Bregadze, Direktor der Abteilung für Beziehungen mit der Diaspora im georgischen Außenministerium den neuen Frankfurter Verein Georgica e. V. vorgestellt. Außerdem haben wir Gespräche mit Frau Aliona Chkhotua und Herrn Varlam Badzagua im Außenministerium geführt.

 

Am 5. August 2019 haben wir dem Ständigen Vertreter in der deutschen Botschaft in Tiflis Herrn Michael Fabri (Foto: 2. v. l.) den Verein vorgestellt; am 6. August 2019 folgte ein Gespräch in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Tiflis.

Marburger Förderverein der Waldorfschule Tiflis wurde 20 Jahre alt

Mitglieder des Marburger Vereins waren in der zweiten Mai-Hälfte 2019 in Tiflis, um das zwanzigjährige Jubiläum des Vereins Freunde der Freien Waldorfschule Tbilissi in Georgien e. V." zu feiern.

Malte Schuchhardt und Wolfgang Pasdzierny aus Marburg haben einen georgischen Vortragsabend mit Ekaterine Kintsurashvili (Klavier) am 4. Mai 2019 in Frankfurt veranstaltet.

Oberbürgermeister Peter Feldmann zeichnet Lehrerinnen der Georgischen Schule aus 

Drei Lehrerinnen unserer Georgischen Schule, Frau Nino Khalvashi-Wirth, Frau Maia Shavliashvili und Frau Mzia Tsiklauri wurde am 27. Mai in der Frankfurter Paulskirche die hessische Ehrenamtskarte vom Oberbürgermeister Peter Feldmann überreicht. Sie werden dadurch für herausragendes Engagement" in Form mehrjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit für die Georgische Schule ausgezeichnet.






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